Somba Benin

b.spirit Magazine (Brussels Airlines)
Architects of the Earth

The Batammariba tribe of Benin still live like their ancestors have done for centuries in mud fortresses built in harmony with nature. b.spirit uncovers some of the mystery associated with their way of life. Read the full article Architects of the Earth

 

Mexiko

Der Schweiß strömt hinunter, über das Gesicht, die geschlossenen Augen, den Hals, den ganzen Körper. Er dringt aus jeder Pore. Es herrscht Finsternis, durchbrochen nur von dem gelegentlichen Aufflackern von kleinen Glutflecken in den heißen Steinen. Immer wieder ertönt das Zischen der Steine, wenn sie mit Kräutersud bespritzt werden. Dampf steigt auf. Die nach Rosmarin und Eukalyptus duftende Luft ist so heiß, dass ich mich vor dem nächsten Atemzug scheue.

Wer sich einem Schwitzbad in einem mexikanischen Temazcal unterzieht, muss sich auf extreme Umstände einstellen. Fast eine Stunde lang wird der Körper in einer runden, niedrigen Hütte aus Stein oder Lehm, die wie ein Pizzaofen aussieht und je nach Größe zwischen zwei und 20 Leute fasst, extrem hohen Temperaturen ausgesetzt. „Das Temazcal fördert die Selbstheilungskräfte des Körpers. Das seelische Gleichgewicht wird wieder hergestellt“, erklärt der Heiler Navarro.

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Voodoo in Benin von Ann Christine Woehrl

Welt am Sonntag
Auf dem Voodoo-Weg

Fetische, Amulette, Opferrituale: Ein Besuch im westafrikanischen Benin, Heimat der magischen Naturreligion

Der Regen prasselt hinab, so als ob den Göttern eingefallen ist, dass sie den Menschen mal wieder etwas Wasser schicken sollten und mit himmlischem Übermaß das Versäumte nachholen. Die sonst so trockene rote Erde auf den Straßen von Porto Novo schwimmt davon. Der Himmel wird immer dunkler, der Regen noch heftiger.

Die Wolken werden sich jedoch bis zum nächsten Tag wieder verzogen haben, weiß Feliciteé, die Betreiberin der Pension “Da Silva” im Herzen der Hauptstadt der kleinen westafrikanischen Republik Benin. Der hiesige Regenmacher hat nämlich seine Hände im Spiel. Er hat einen guten Draht zu den Göttern und hat dafür gesorgt, dass es in nächster Zeit nur am Wochenende regnen wird. Denn an den Wochentagen müssen die Straßen Porto Novos neu geteert werden. Regen darf da die Arbeiter auf keinen Fall aufhalten. weiterlesen »

Frau im Großen Basar von Istanbul

Frankfurter Allgemeine Zeitung
Die Macht der Frauen im Großen Basar

Über Jahrhunderte waren Händlerinnen im Großen Basar von Istanbul ein Tabu. Doch die Zeiten ändern sich – immer mehr Frauen dringen in die von Männern dominierte Welt vor.

Hinter den bunten Bauchtanzkostümen, die den schmalen Eingang des Ladens fast verdecken, sitzt Hülya Yasar und beugt sich über ein Seidenbustier. Tausende von Menschen ziehen an ihr vorbei durch den Großen Basar von Istanbul, doch das stört sie nicht. Mit ruhiger Hand stickt sie goldene Pailletten auf, eine nach der anderen. “Ich führe das Geschäft nun schon seit zwanzig Jahren”, sagt die vierundfünfzig Jahre alte Dame. Sie lächelt ein wenig traurig, denn damals starb ihr Mann. Plötzlich musste sie für sich und die beiden kleinen Söhne den Lebensunterhalt verdienen. Die junge Witwe übernahm den Pfeifenladen ihres Mannes, entwarf dann Kleider für die Hennanacht vor der Hochzeit und näht nun Bauchtanzkostüme. Es war eine mutige Entscheidung: Damals wagte kaum eine Frau, in den von Männern dominierten Kapali Çarsi, den größten überdachten Basar der Türkei, einzudringen. weiterlesen »

Savanne in Afrika

QUALITY
Jenseits von Paris

Das Gute ist oft nicht gut genug: Wie der Musiker Bono und seine Ehefrau ihr Engagement in eine Institution verwandeln. Und sich damit nicht nur Freunde machen.

Die Abendsonne hüllt die Hügel der afrikanischen Savannenlandschaft in warmes Licht. Rocklegende Bono und seine Ehefrau Ali Hewson sind eben einem Propellerflugzeug entstiegen und schreiten durch hüfthohes Gras neuen Abenteuern entgegen.

Kalkutta

Hupen ist für die Bewohner Kalkuttas gleichbedeutend mit Atmen. Es geht nicht ohne. „Huuup,huuup, hup“, tönt es Tag und Nacht durch die Strassen der Metropole im Nordosten Indiens. Nicht kurz und zaghaft, sondern lange und laut. Man sagt, dass die Straßen Kalkuttas leer wären, würde man den Bewohnern ihre geliebte Hupe wegnehmen. Doch vielleicht ist es für sie die einzige Möglichkeit sich in dieser heillos überbevölkerten Stadt mit etwas über fünf Millionen Einwohnern, im Großraum Kalkutta sind es sogar über 15 Millionen, Gehör zu verschaffen. weiterlesen »

eurocity Magazin
Gefangene der Vergangenheit

Während des blutigen Balkankriegs in den 90er Jahren wurde die bosnische Metropole Sarajevo vier Jahren lang belagert, beschossen, zerstört. Heute blicken viele Bewohner optimistischer in die Zukunft, andere Kämpfen noch mit Erinnerungen und Emotionen

Der Zug rollt langsam in den Bahnhof ein. Auf den Nebengleisen ausgebrannte, verrosteten Skelette von Wagons, das Betondach von Granatlöchern übersäht. Das also ist Sarajevo, das in den 1990er Jahren die Welt erschütterte. Erschreckende Bilder von Krieg und Zerstörung, von unsäglicher Trauer und nackter Gewalt tauchen auf. Unser Blick bleibt am gläsernen Avaz Twist Tower hängen. Seit 2008 ragt er 170 Meter in den Himmel, anmutig, selbstbewußt – Sarajevos Blick in die Zukunft. Der moderne Wolkenkratzer ist ein Zeichen dafür, dass neue Zeiten anbrechen; dass sich die Menschen in Sarajevo nicht geschlagen geben. „Ja, man nennt uns Trotz-Menschen“, sagt Elvira, 24, unsere Fremdenführerin, und erzählt vom Überlebenswillen der Bewohner, von der Geschichte des Trotz-Hauses (Inat Kuca), das am südlichen Flußufer des Miljacka steht.

Lampen im Gedeckten Basar von Istanbul

MERIAN Istanbul 2010
Schatzsuche im Basar

Im uralten Labyrinth der Ladengassen ist heute alles zu haben: Handwerk trifft auf globalen Nippes, Romantik auf Ramsch. Doch der alte Zauber hat überlebt. Wer ihn spüren will, sollte sich treiben lassen bis in die innersten, verborgenen Winkel. Dorthin, wo der Basar zur Ruhe kommt

Wer einen Hauch des Glanzes und der Mystik vergangener Zeiten erleben will, muss sich erst gegen eine Armada von Souvenir-, Taschen- und Jeanshändlern behaupten. Muss die gleißend leuchtenden Auslagen der Läden ignorieren, in denen unzählige Armreifen, Ketten und Ringe verramscht werden. Muss vorbei an Geschäften mit Stapeln von Teppichen oder Messingkrügen, muss die Händler passieren, die in ihren Läden Halbedelsteine in blau, grün, lila an dünnen Fäden von den Wänden hängen lassen.

QUALITY
Dom – Lasst uns Sterne trinken

Ohne einen bestimmten Benediktinermönch gäbe es den Champagner nicht so, wie wir ihn heute kennen. Sein Zeitgenosse Louis XIV. liebte den prickelnden “Wein von Bruder Pérignon” wie keinen anderen. Eine Reise ins Kloster Hautevillers – und nach Versailles

Versailles. Eine Heerschar von Personal in edlen gelben und grünen Diener-Livreen steht im privaten Speisesaal von Louis XIV. Spalier, um die Abendgesellschaft zu empfangen, die über knarzende Parkettböden durch die leeren, spärlich beleuchteten Räume und riesigen Galerien des Schlosses spaziert ist. Die beiden Tafeln im Antichambre du Grand Couvert sind mit weißem Leinen bedeckt, das goldene Besteck glänzt im sanften Schein der – nicht ganz stilechten – elektrischen Kerzen. Die Servietten sind in Form von Enten oder Schmetterlingen gefaltet; das Dekor ist ein Bouquet aus grünen Zweigen und ganzen Fasanen. Nach und nach werden fast zwei Dutzend verführerische Gerichte serviert, kreiert von Jean-Francois Piège, dem ehemaligen Chefkoch des Hotel de Crillon in Paris.

NEUE ZÜRCHER ZEITUNG
Afrika mit der Seele erkunden

Die westafrikanische Republik Benin ist die Wiege des Voodoo – eine Reise zu den Göttern, Fetischen und Medizinmännern

Voodoo beherrscht alles im kleinen westafrikanischen Staat Benin, von dessen rund neun Millionen Einwohnern sich eine große Mehrheit zu diesem traditionellen Kult bekennt.

Um den Opferaltar am Boden drängen sich die Zuschauer. Kinder schreien, drei Frauen murmeln unverständliche Sätze vor sich hin, Handys klingeln, Menschen kommen und gehen. Dann plötzlich sticht der Mann das spitze Messer gezielt in den Hals der Ziege. Das Blut ergiesst sich über die am Lehmboden aufgebauten Kalebassen und Holzfiguren. Das Tier zuckt noch, als es weggetragen wird; drei weitere Ziegen und ein Huhn erleiden dasselbe Schicksal. Es dauert nur wenige Minuten, dann trocknet auch ihr Blut in der Morgensonne. Ein blutbespritztes Glas mit Gin und Stücke einer Kola-Nuss werden herumgereicht. Jeder muss davon trinken und essen; wir auch.

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